22. Sep Taiji Intensiv - 1. Form Chen Yu

 

Am 22. September werden wir von 10.30 Uhr-17.15 Uhr die 1. Form bis zum 3. Buddhas Wächter in einer konzentrierten Atmosphäre detailliert erarbeiten und vertiefen. Jedes einzelne Bewegungsbild wird in seine Einzelteile zerlegt um die diversen Übergänge und Kräfte der Bewegungssequenzen zu klären. Dabei wird auf genaue Haltungs- und Bewegungskorrekturen Wert gelegt, die danach in eigenständigen Übungsphasen integriert werden.


In intensiven Trainingsabschnitten werden die neugelernten Details so eingeprägt, dass diese nach dem Seminar sicher abgespeichert sind. Am Ende des Seminars kann diese Sequenz der Form genauer, ruhiger und in einem tieferen inneren Verbund gelaufen werden.


Voraussetzung:
Zumindest ein Teil der Bewegungen bis zum 3. Buddha sollte in der Grobform bekannt sein.

Trainingszeiten
Sa 22. September
Teil 1: 10.30-13.15 Uhr Pause
Teil 2: 14.30-17.15 Uhr

Gebühr:
95 € (Nicht Mitglieder)
85 € (Mitglieder CTND)
Frühbucher bis 01.09.2018: abzgl: 10 €

Maximale Teilnehmer: 15

Anmeldung:

Filip Gutknecht-Stöhr
info@taijitraining.com
(0178) 3 92 85 02




Der Chen-Stil des Taijiquan wurde im 17. Jahrhundert von der Familie Chen aus Chenjiagou entwickelt und über Generationen hinweg hauptsächlich innerhalb der Familie weitergegeben. Seine Entstehung wird Chen Wanting (陈王廷, 1597–1664, 9. Generation, Bild links) zugeschrieben, einem General der Ming-Dynastie.

Nach dem Zerfall dieser Dynastie widmete sich Chen Wanting dem Studium klassischer Texte über die daoistische Lebensphilosophie. Er beschäftigte sich mit der daoistischen Gesundheitslehre, der inneren Alchemie , den alten klassischen chinesischen Texten (z.B. das Yijing) sowie dem Daoyin (Qigong). Er erlangte ein umfassendes und tiefes Wissen, zum einen basierend auf seiner Kampf- und Schlachtfelderfahrung als General, zum anderen basierend auf seinen umfangreichen Recherchen und Untersuchungen zur "inneren Schulung" uralter daoistischen Traditionen. 

Er schuf ein Bewegungs- und Kampfkunstsystem, welches der Grundstein wurde für das uns heute bekannte Taijiquan. Dieses verbindet Elemente der Kampfkunst, bzw. der Selbstverteidigung mit Elementen der inneren Energieführung (dem Qigong) und der daoistischen Gesundheitslehre.
Das entstandene Trainingsystem macht die Qualitäten der polaren Urkräfte von Yin und Yang erfahrbar und im täglichen Leben umsetzbar bzw. anwendbar. Es trainiert den Körper auf besonders effektive wie schonende Weise und dient bei entsprechendem Training der Selbstverteidigung.


Zur Körperhaltung im Chen Stil

Immer wieder wird dem Chen Stil nachgesagt das Taijiquan zu versportlichen und das Hauptaugenmerk auf einen sehr tiefen bzw. breiten Stand zu legen, welcher überlastend für die Knie ist. Dies zeugt eher von Unwissenheit, da es durch die richtige Ausführung genau darum geht, gesunde  und stabile Knie aufzubauen.
Bei richtigem Training geht es u.a. darum, Standhöhe und Standbreite sehr exakt aufeinander abzustimmen. Bei der richtigen Fußbelastung und Kniehaltung baut das Training dann gesunde Gelenkfunktionen auf. 

Das heißt, mit diesem umfangreichen Trainingssystem ist es möglich auf Beschwerden aller Art Einfluss zu nehmen. Dauerhafte Schmerzen (besonders in Knie und Rücken) sind in der Regel ein Zeichen für Fehlhaltungen. Um diese abzubauen, ist ein aufmerksames und kontrolliertes Training notwendig. Übermäßiger Bewegungsfluss sowie große, ausladende Verlagerungen sind dabei zu Beginn eher hinderlich.  Wichtiger ist die geanue Ausrichtung der Skelettstruktur.

Die Knie sollten hinter der Fußspitze bleiben. Das Gewicht tendentiell auf die Ferse, was besonders bei tieferen Stellungen wichtig ist.  Von sehr tiefen Stellungen rate ich zu Beginn des Trainings ab, da die Beinmuskulatur sowie die Beweglichkeit der Hüftgelenke für eine gesunde Belastung meistens nicht ausreichend sind.

Mit der Zeit wird die Ausrichtung der Wirbelsäule einer der wesentlichsten Aspekte des Trainings. Kopfhaltung (HWS) sowie Beckenstellung (LWS) kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Anfangs nur oberflächlich, werden die Körperachsen im Laufe des Trainings immer feiner ausgerichtet. Die vielen kleinen Gelenke der Wirbelsäule (Facettengelenke und Bandscheiben) erhalten deutliche Trainigsreize. Das erreicht man mit bewusster Bewegungsführung bzw. Haltungsausrichtung bei anfangs langsamer Bewegungsführung.